Archiv des Autors: Manfred

Der Wind macht nicht was er soll

….uns bis nach Lastovo pusten.

Morgens recht früh, fallen die Böen in die Bucht ein. Gut ausgeschlafen brechen wir mit einigen anderen Seglern auf, denn die Windrichtung verspricht eine schnelle Überfahrt.

Kaum aus der Bucht frischt der Wind weiter auf und wir haben viel Spaß mit vollen Segeln vor dem Wind durch das wellenlose Wasser zu gleiten. Später wird der Blister gesetzt und hierbei habe ich wohl den Stausack nicht richtig angebunden. In hohem Bogen fliegt er davon und bis wir den Blister geborgen und (ungefähr) an dieser Stelle zurück sind, ist der Sack bereits auf Tiefe gegangen.  Naja, ein bischen Schwund ist immer.

Dieser Spaß ist jedoch nach zwei Stunden schon wieder viel zu früh vorbei, innerhalb von zehn minuten knickt der Wind von 20 kt auf 0,0 kt ein und wir müsen unseren treuen Freund – den  Jockel – bitten uns den Rest des Weges weiterzubringen. Langweilig wird es dennoch nicht, da die gesamte Strecke geäumt ist von einer Vielzahl von Inseln und Inselchen, da gibt es immer etwas zu sehen. Auch ein Delphin schaut kurz vorbei, ist aber wohl mit der Jagt beschäfftigt und verschwindet schnell in den heute türkisblauen Fluten. Wir schauen uns die Bucht Zaklopatika an, sie ist schön, aber für unseren Geschmack zu sehr bebaut und kommerzialisiert, auch daran zu bemerken, dass kurz nach unserem Einlaufen einigeLiegeplätze durch Hochhalten der Mooringleine (im Grund verankerte Leine zum Festmachen des Bootes) angeboten werden. Diese Plätze sind Kostenfrei, wenn man abends das Restaurant besucht.

Wir fahren weiter und finden unsere Bucht auf der Insel Prezba. Im Naturpark ist ein kleiner Obulus als Eintritt zu zahlen, die Natur ist jedoch überwältigend und wir sind allein.

einerseits, andererseits

Gestern konnten wir während der Fahrt auf der Südseite Korculas von Windstille bis Starkwind alles erleben. Viele Wolken, Winddreher wegen Gewitter, Schauer, Sonnenschein und strahlend blauer Himmel wechselten sich gegenseitig ab. Abends dann merkte ich meine Hände vom häufigen Segelwechsel dann doch mehr als sonst.

Nach dem etwas anstrengenden Tag bummelten wir abends ohne weitere Absichten durch die wirklich malerisch pittoreske, mittelalterliche Altstadt von Korćula Stadt. Hier ist wirklich sehr sehenswertes altes Gemäuer erhalten geblieben, der Wehrmutstropfen, die Stadt ist zugepflastert mit touristischen Restaurants, Bars und Cafés. Das beeinflusst das Flair nicht immer zum Positiven.

Stadttor Korcula für Dani und Mara

Stadttor Korcula
für Dani und Mara

Ein Gegengewicht dazu bilden die hübschen kleinen künstlerisch angehauchten Lädchen und Ateliers, bei denen natürlich viele auf Marco Polo abheben, der hier geboren worden sein soll.

Heute war dann groß Reinemachen angesagt. Früh auf den Beinen, wurde CALYPSO Innen und Außen von Salz und Staub befreit. Danach ging´s dann nochmal ins Städtchen ein paar Fotos machen – extra für Dani und Mara. Als wir wieder in der Marina zurück sind, haben alle anderen Boote an unserem Steg bereits abgelegt und motoren dem windlosen Tag entgegen.

Wir müssen lernen unseren Kurs nach den Sternen auszurichten,
nicht nach den Lichtern vorbeifahrender Schiffe . (Omar Bradley)

Korcula von Osten

Korcula von Osten

Am frühen Nachmittag, als der erste Windhauch durch die Marina zieht, legen wir ab. Mljet oder Lastovo, eine der beiden Insel wollen wir heute erreichen. Ein letzter Blick zurück auf die eindrucksvolle kleine Stadt auf der Halbinsel, schon sind wir aus der Windabdeckung. Ein leichter Amwind-Kurs zeigt deutlich auf die Insel Mljet und schon nach zweieinhalb Stunden haben wir die 15 Seemeilen abgespult und laufen in die hübsche Bucht Uvala Lokva mitten im Naturpark.

Ankermanöver, kleiner Drink, ausgiebiges Bad im „frischen“ Wasser, Sundowner, leckeres Abendessen der Capitana, lesen, gute Nacht Schluck, Fertig für heute.

Mosaik-Künstler

Irgendwie kommen wir heute nicht richtig in Schwung. Morgens waren wir nochmal im Städtchen zum Einkaufen, als wir wieder zurückkommen wartet schon ein Angestellter der Gemeinde auf uns. 10 € für Strom und Müllentsorgung werden zusätzlich zu den Liegegebühren fällig (hätten wir noch Wasser haben wollen, wären nochmal  5 € fällig gewesen), ganz schön happig und leider noch in keinen Unterlagen verzeichnet.

Na immerhin macht Vela Luka einen sauberen und freundlichen Eindruck. Hier treffen sich seit 1968 regelmäßig unregelmäßig 😉 Mosaik-Künstler aus der ganzen Welt und helfen den größten Ort der Insel Korcula zu verschönern. So gibt es an jeder Ecke entsprechend schönes zu entdecken.

Wir legen am späten Vormittag ab und der Wind treibt uns nach nur 10 Seemeilen in eine Bucht mit drei schmalen, weit nach Norden reichenden „Fingern“. Drei Boote haben schon Anker geworfen und dümpeln vor sich hin. Die Abstände zwischen den Booten sind leider zu klein, ich möchte aber gerne 40 m Kette legen, da für den Abend stärkerer Wind aus Nordwest angesagt wurde. Wir werfen das Eisen etwas außerhalb und wollen erst Mal abwarten, wie sich der Nachmittag entwickelt. Später dann, als sich ein anderer Segler doch in eine zu kleine Lücke drängelt, ist das „Hallo“ bei den anderen gleich ganz groß und ein mittelstarkes Gezeter beginnt. Wir wollen dann doch gerne für diese Nacht in der Bucht bleiben, sicher liegen und dem Gezeter aus dem Weg gehen, also legen wir eine Landleine und entkommen so dem späteren Gerangel um die restlichen Plätze.

Ankern geht nicht immer

Die sehr ruhige Nacht im Süden Murters wurde morgens durch einen heftigen Regenschauer mit kurzem Blitz und Donner beendet. So früh aufgeweckt und doch ausgeschlafen und so reift der Gedanke ein gutes Stück weiter zu kommen und vielleicht dabei auch noch eine Pause einlegen zu können. So früh mussten wir den ersten Teil natürlich motoren, aber gegen 0900 kam dann der erwartete Wind auf und bescherte uns eine angenehme Reise bis auf Höhe Primosten. Dieses Städtchen auf der vorgelagerten Insel sieht schon recht pittoresk aus, da wir flott vorankommen, wollen wir hier die Pause verbringen. Ein sehr freundlicher Marinero mit perfekten Deutsch Kenntnissen nahm unsere Leinen entgegen. Zum  einkaufen hier kurz liegen – kein Problem, Wasser, Strom, Duschen sind hier, da, dort, viel Spass und guten Aufenthalt – alles Kosten frei, wirklich zuvorkommend. Ein kleiner Stadtbummel – wir waren 2009 mit Heike und Ewald schon mal hier – wurde mit Besorgungen und einer kleinen Mahlzeit verbunden. Gut zwei Stunden später pflügten wir schon wieder mitten durch ein Regattafeld, gut wenn man auf dem „richtigen“ Bug fahren kann. Dieser verschaffte uns dabei die Kurshaltepflicht, die ist angenehmer als die Ausweispflicht (Vorfahrt gibts eher selten) und so mussten die anderen um uns herum fahren. Das größere Insel freie Stück kroatischer Küste schafften wir in kurzer Zeit und abends waren wir in einer kuschligen Bucht auf der Insel Solta sicher aufgehoben.

Morgens gings dann mal wieder mit Blister flott voran in Richtung Hvar. An der Einfahrt nach Hvar Stadt durfte dann auch mal wieder die Genua ran (der Düseneffekt war dem Blister zu viel) und wir konnten – immer noch auf dem gleichen Bug (der gleichen Richtung Schräglage) – schöne Ansichten von Hvar erhaschen. Nach Hvar drückten wir uns für die Nacht in die Bucht Zarace.

Heute dann gabs einen kleinen Dämpfer. Für die angesagte nächtliche Bora (Starkwind aus Nord(Ost)) hatten wir uns einige Alternativen ausgeguckt. Neun Ankerversuche führten zu keinem Erfolg. Zu viele Felsen in der einen, zuviel Seegras in der nächsten Bucht verhinderten den notwendigen festen Sitz unseres Ankers – man kann ja aber nicht für jeden möglichen Ankergrund einen Anker mitnehmen. Ein wenig frustriert ( in der ersten Bucht wären wir bestimmt alleine geblieben) haben wir uns dann doch an die Stadtpier von Vela Luka auf der Insel Korcula verholt und dürfen jetzt die Oldie-Hitparade des nahen Hotels in Disco-Lautstärke anhören.

 

Der Wind, der Wind ….

Nachdem gestern wirklich fast kein Wind war und wir unter Aufbieten aller Tricks und Kniffe nur
7 sm (von 32 sm) in etwas mehr als 2 Stunden segeln konnten, entschädigte der Abend mit leckerem Essen bei Alen in Luka in seinem frischgestrichenen Restaurant mit neuen Gartenstühlen und selbst gekeltertem Wein sowie interessanten Gesprächen mit Renate und Wolfgang, Bikern aus Graz auf Wochenurlaub.

Restauratbesitzer Alen und seine Frau mit Dagmar

Restauratbesitzer Alen und seine Frau mit Dagmar

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Alens über 300 Jahre alter Olivenbaum

Weitere Entschädigung gab es heute! Nur für die enge und flache Passage zwischen den Inseln Dugi Otok und Luski und für das Ankermanöver in der Bucht Bosnjak brauchten wir den Motor, ansonsten beförderte uns eine mäßige bis frische Brise von achtern (4 – 5 Bft von hinten) ohne Umwege und weitere Manöver zu unserem heutigen Ankerplatz. Zwischendurch mussten wir zwar mal „die Garderobe wechseln“ (Vorsegelwechsel Genua gegen Blister, ein Leichtwindsegel mit 110 qm), dennoch schafften wir die 30 sm in knapp 6 Stunden. Das hat uns sehr gefallen, auch wenn zwischendurch um uns herum viele Regenschauer mit feuchtem Hosenboden drohten.

Am Abend zauberte die Capitana dann noch aus Bordbeständen ein oberleckeres Risotto.

Die erste Nacht …

… war sehr ruhig. Nach einem herrlichen Sonnenuntergang hatten wir nach dem langen Tag gestern tief und fest geschlafen, wurden von sanften Wellen vorsichtig gewiegt.

Morgens dann erwartete uns bedeckter Himmel, wenig Wind (natürlich von vorn) und irgentwo im Süden muß es gewittert haben, denn eine kurze zickige Welle erschwerte unser Fortkommen.

Wir glaubten ein Elektrikproblem erkannt zu haben und fuhren zur weiteren Analyse nach Porec an die Boje. Hier prüften wir, dachten nach und kontrollierten nochmal, aber irgentwie wurden wir nicht schlauer aus den Messungen und Anzeigen. Es scheint dann doch alles normal zu sein. Am frühen Nachmittag war denn auch die Welle abgeebbt und wir fuhren weiter. Kaum aus der Hafenausfahrt stellt sich ein moderater Wind ein  (11 – 15 Knoten) und wir konnten die Küste Istriens entlang kreuzen. Wenige Stunden später liefen wir in die Bucht LON, südlich von Rovinj ein. Es sind nur wenige Segler unterwegs und so konnten wir an unserem gewünschten Platz den Anker fallen lassen. Für morgen ist eine Ortsbesichtigung geplant.

Es ist soweit

Nach tagelangem Putzen, Räumen und Sortieren ging es heute morgen (05:45 Uhr) los, ja, Segler sind nicht Herr der Gezeiten. Dennoch war es auch schön, der aufgehenden Sonne entgegen zu fahren. Leider wird für die nächsten Tage wenig Wind prognostiziert und so mussten wir heute (und wohl auch in den kommenden Tagen) den Jockel bemühen, denn wir  wollten ja los und weiter in uns unbekanntes Gebiet. Das Gefühl unterwegs zu sein entschädigt ein wenig, die Sonne scheint wärmend vom Himmel, der Fahrtwind weht uns um die Nase, uns geht es gut. Am späten Nachmittag erreichen wir Crvar 3 Seemeilen (ca. 5,5 km) nördlich von Porec. Nur ein Segler gesellt sich zu uns und so haben wir Ruhe in dieser schönen nach Westen offenen Bucht, der Sonnenuntergang wird wohl großartig werden.

Teilstrecke

Die letzten Tage wurde die ToDo-Liste noch nicht merklich kürzer, da die Werft noch im Verzug ist und wir mit unseren Anschlußarbeiten nicht weitermachen können.

ähnelt mehr einem schweizer Käse als einem Ruderblatt

iphone 446

Zurück ins Wasser

Epoxi und Antifouling

Antifouling hält den Bewuchs fern – meistens

Gestern morgen dann, wir waren gerade beim Duschen, sah ich unsere CALYPSO am Fenster des Sanitärgebäudes „vorbeifahren“, holla, holla, jetzt wird aber Gas gegeben, dachte ich, früher als verabredet kann hier also auch vorkommen.

Die letzten Reparaturen wurden im Eiltempo erledigt (hoffentlich nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit) und so senkte sich der Rumpf unseres Bötchens heute Nachmittag wieder zurück in die Fluten der Lagune. Glücklicher Weise haben Conny und Wolfgang uns ihren Liegeplatz für ein paar Tage überlassen, sodass wir jetzt endlich loslegen können mit den letzten Aufgaben, alles putzen, aufräumen, verstauen oder einfach: seeklar machen und vielleicht schon am Mittwoch oder Donnerstag auslaufen zu den ersten Abenteuern dieses Törns.

Heinz und Torsten, die Eigner der schönen ANTARES unterstützen uns, wo sie nur können (hätten auch mit ihrem eigenen Boot genug zu tun), versorgen Teile unserer Ausrüstung, schaffen Verbindungen und günstige Einkaufsmöglichkeiten und holen mich vom Bahnhof in Latisana ab, nachdem ich den Leihwagen wieder zurück nach Venedig gebracht hatte, danke Heinz und Torsten auch für den Willkommensschluck am Steg.

Danksagung

Liebe Freunde, Nachbarn und Bekannte,

wir sind gestern gut auf der CALYPSO angekommen, beim Einschlafen dachten wir nochmal an die schöne Farewell-Party, die Ihr uns bereitet habt. Wir haben uns so sehr gefreut, uns auf diesem Wege von Euch verabschieden zu können. Die vielen phantasievollen Wünsche zum Abschied/zur glücklichen Wiederkehr konnten wir so nicht erwarten, vielen Dank. Sie begleiten uns – nicht nur in Gedanken – die gesamte Reise. Die Schutzengel wachen mit Sicherheit darüber, dass wir überall gesund ankommen. Wenn ihr euch davon überzeugen wollt, ihr seid gerne gesehene Gäste bei uns an Bord. Kontaktiert uns am besten über eMail.

Von phantasievollen Freunden, Spardose mit Inhalt

Von phantasievollen Freunden, Spardose mit Inhalt

Heute mußte ich im Zubehörhandel noch einige Teile einkaufen, Eure Beiträge zur Bordkasse wurden hier sofort nutzbringend eingesetzt.  Vor dem Gang zum Frühstück haben wir dann gesehen, dass am Boot noch nicht sehr viel gemacht worden war, offenbar ist es notwendig, die vergebenen Arbeiten selbst zu überwachen, ob das nur für Italien gilt oder auch für deutsche Unternehmen, wissen wir nicht, aber hier geschieht das zum wiederholten Mal.

 

Nur nicht Aufregen, auch wenn sich das Einwassern nun verschieben wird, wie lange weiß nur der Herr im Himmel.

Vediamo!