Archiv der Kategorie: Allgemein

Kythnos – Kythnos – Poros

Heute solls dann nach Loudra gehen, aber Poseidon hat wohl was dagegen. Wind und Welle lassen unser Vorhaben einfach nicht zu. Wir gedachten die „paar Meilen“ gegenan zu motoren und dann Zuflucht in Loudra zu finden – denkste. Wir erinnern uns unseres Mottos, drehen um, setzen die Genua und rauschen mit Genuß dahin – wieder Richtung Süden. Ziel soll die Bucht Fikiiadhia auf der Westseite von Kythnos sein.

die Sandbarre der „Doppelbucht“

herrlicher Sonnenuntergang

Diese Bucht bildet mit der Bucht Kolona eine Doppelbucht nur eine Sandbarre getrennt, die quasi Rundumschutz bietet. Der Hafen Merikas liegt in erreichbarer Nähe, falls es einen Versorgungsengpass geben sollte – hatts bei Dagmar aber noch nicht gegeben! Zu unserer Überraschung finden wir auch auf der Westseite den passenden Wind, um nach Norden segeln zu können, durch Aufkreuzen zwar, aber immerhin.  Einen idealen Platz im Herzen des Ankerfeldes finden wir auch noch. So schön kann Segeln sein!

Wind:  NE-N-NW 2-5 Bft

Etmal: 21 sm

Der nächste Tag soll uns nun irgendwie in Richtung Athen bringen. Dort wollen wir uns mit meiner Cousine Elke treffen , die ihren Freund Norbert mit dem Segelsport bekannt machen will. Außerdem wollen wir unsere Freunde Ioanna und Dimitris besuchen und unser neues Großsegel in Lavrion abholen. Die nächste Zeit scheint jedoch ein Runden von Kap Suunion nicht machbar, im Kanal wehen immer 6-7 Bft. Bei uns ist der Wind dann auch gerade richtig, die Welle brav und wir genießen die Fahrt nach Westen. Leider ist an der unbewohnten Insel Agios Georgios – bekannt durch seine Windgeneratoren – Schluß mit Lustig.

die unbewohnte Insel Agios Georgios, beliebter Ankerplatz der Großschifffahrt

 

 

 

 

 

 

Der Wind verabschiedet sich gänzlich, aber auch die Welle. Fast drei Stunden motoren wir in Richtung Poros – Eissalon, Wäscherei, Bäckerei und Supermarkt locken, nicht zu vergessen „Taverna Garden“ bei Thassos essen wir am liebsten. Wir finden einen guten Platz am Kai und nutzen das oben genannte reichlich.

Wind:  Variabel 1 – NE 5 Bft

Etmal: 47 sm

Serifos – Kythnos

Der Wind ist ideal, um nach nordwesten zu segeln – wenn da nicht die Welle wäre. Den ganzen Tag kämpfen wir mit uneinheitlichem, kurzem Seegang, der CALYPSO hin und her schuppst wie ein Spielzeug. Teilweise kommt soviel Wasser über, daß kleine Fische und Oktopusse an Deck gespült werden. Mit Mühe halten wir die Höhe, um nördlich an Sifnos vorbeizukommen. Dazwischen läßt der Wind so sehr nach, dass wir einige Meilen mit Motorunterstützung zurücklegen müssen. In der Bucht Vayia auf Serifos finden wir an eine Steilwand gedrückt guten Schutz und können uns von dem heißen – fast achtstündigen -Ritt erholen. Der Blick auf den schönen Strand entschädigt etwas. Leider haben wir keine Photos.

Wind:  NW 2-4 Bft

Etmal: 31 sm

 

das Ergebnis schwieriger Bedingungen

Von Serifos wollen wir nach Loudra im Norden von Kythnos segeln, uns versorgen und im warmen Thermalwasser baden. Aber!!! Nach runden der Südostecke von Serifos bleibt der Wind schlagartig aus, die Wasseroberfläche wirkt wie Öl. Bis zum Mittag dann gibt es – entgegen der Vorhersage – erst kaum Wind, dann aus Nordost statt aus Nordwest. Zu allem Übel baut sich wieder eine üble See auf und mit dem weiter zunehmenden Wind können wir unseren Kurs nicht halten.

Einfahrt zur Ankerbucht Agios Stefano

Wir brechen ab und laufen in die Bucht Agios Stefanos an der Ostseite von Kythnos ein. Einige Boote haben schon die besten Plätze belegt, aber wir haben etwas Glück und unser Anker gräbt sich auf 15 m Wassertiefe sofort ein – offensichtlich haben wir zwischen dem Seegras einen Sandflecken gefunden. Raus mit 70 m Kette und Ruhe ist!

Wind:  NW 1-6 Bft

Etmal: 29 sm

Despotika

Nach vier Tagen beschließen wir, weiterzureisen. Der Wind könnte sich passend entwickeln. Am Morgen ist er variabel und so schafft uns unser eiserner Gustav mit seinen 50 PS durch die Enge zwischen den Inseln Agrilos und Ofidoussa. Schon am Ausgang der Enge steht eine heftige Welle. Tagelanger Starkwind hatte das Wasser von Nordwest kommend aufgetürmt, zusätzlich steigt der Meeresgrund stark an – geschüttelt und gerührt. Anfänglich wie beim Bullriding auf dem Jahrmarkt stellt sich glücklicher Weise gegen  ein Uhr ein hilfreicher Nordwest ein und wir können mit gekürzten Segeln unser nächstes Ziel – Despotiko – anliegen. Zwischen Naxos und Paros wird der Wind nochmal kanalisiert, wodurch er südlich der Inseln auch nochmal beschleunigt wird – wir gehen ins 2. Reff ohne dabei auch nur ein Zehntel an Geschwindigkeit zu verlieren.

Anfahrt auf Despotika

Blick auf Antiparos

leider kümmert sich niemand um die desolaten Stege

So können wir in der Abdeckung wieder bis zum Ankerplatz segeln und dort bei 25 kts Wind das Eisen in gut haltendem Sandgrund versenken. Mit 65 m Kette schwoit CALYPSO zwar wie ein Lämmerschwanz (sie fährt an der Kette geführt immer hin und her), aber wir liegen fest und sicher – sofern uns keiner zu nahe kommt. Leider merkt man hier die Beliebtheit dieser schönen Ankerbuchten südlich Antiparos. Es ist die Hölle los! Der Ankerplatz, die Strände, die Restaurants – voll, der Geldbeutel anschließend leer, weil es Preise hat wie in Athen und der Service alles andere als griechisch freundlich ist. Als wir dann morgens auch noch scharfen Fäkaliengeruch wahrnehmen, hält uns nichts mehr. Wenn überhaupt, kommen wir nochmal zu einem anderen Zeitpunkt her, heute geht’s weiter Richtung Nordwesten.

Wind:  NW 2-6 Bft

Etmal: 27 sm

Wohin?

Gut versorgt legen wir gegen Mittag in Katapola/Amorgos ab. Unser heutiges Ziel Koufonisi südöstlich von Naxos ist nur 14 sm entfernt.

Wo der Wind uns hinträgt!

Wir kommen schließlich an der im Süden von Naxos gelegenen Insel Schoinoussa an. Warum? Kaum haben wir die schützende Bucht verlassen, kachelt es schon wieder mit 25 kts – nicht schlimm – aber der Wind kommt aus Norden – wo wir hin wollen – und hat am Vormittag einen Schwell aufgebaut, dass es kracht – im wahrsten Sinne des Wortes. CALYPSO taucht in die fast 3 m hohen Wellen, dass wir uns zeitweilig wie ein U-Boot vorkommen. Das wollen wir ihr und uns nicht antun. Wir fallen ab – Kursverbesserung auf Halbwind – und mit dem Wind von der Seite läßt sich auch der Böen besser begegnen. Im Schutz der  Inseln Keros und Kato Koufonisos läßt dann auch die Welle schnell nach und wir „fliegen“ unserem neuen Ziel entgegen – geht doch. In den Monaten July und August ist der Meltemi in den Kykladen eben am stärksten und die oben genannten Inseln liegen dann auch mitten drin, also ist es wichtig eine entsprechend tiefe Bucht zu finden, die ausreichend Schutz bietet, auch wenn die Windrichtung sich ändert. Eine solche Bucht finden wir im Süden der Insel Schoinoussa. Tief eingeschnitten, geschützt durch nicht zu hohe Hügel (weniger Fallböen), viel Platz und gut haltender Sandgrund inkl. klarem Wasser.
Hier halten wir die nächsten Tage aus. Als TAMIS zwei Tage später eintrifft, berichtet Michi von 35 kts +, wobei wir nur Wind bis 20 kts „aushalten“ mussten. Gemeinsam verbringen wir drei Tage in der Bucht, die leider keinen direkten Zugang zum Land bietet, da sich hier eine Hotelanlage über die gesamte Landzunge erstreckt.

Privatstrand des Luxushotels

fünf Sterne +

Privat! Wir machen einige Dinghiausflüge, auf der Westseite ist leider der Seegang zu hoch und auf der Ostseite gibt es weder Weg noch Steig um in die ca. 4 km entfernte Ortschaft zu kommen.

Wind:  NW 5-6 Bft

Etmal: 18 sm

von Levitha nach Amorgos

Schon von Patmos Hafen ging’s – wie versprochen – mit sehr gutem Wind nur unter Genua sehr gut in Richtung Ziel – Levitha. Eine kleine nur von ein paar Menschen bewohnten Insel mitten in der Ägäis.  Später drehte der Wind wunschgemäß auf West und wir konnten das Groß zur Unterstützung setzen. Für die 25 sm brauchten wir gut vier Stunden, das ist ordentlich. Als wir um die Landzunge der angepeilten Bucht biegen, sehen wir nur zwei weitere Segler an den ausgelegten Bojen liegen, ein komfortabler Empfang, auch wenn einmalig 7€ Liegegebühr verlangt werden.

tief in der Bucht liegen wir sicher an der Boje

Ankern ist zwar möglich aber schwierig, da der Grund tief und weit mit Seegras bedeckt ist. Hier haben wir guten Schutz, auch wenn die Fallböen über die Hügel pfeifen.
Hier ist nur noch eine Bauern-Familie übrig geblieben, die jedoch die brach liegenden Felder in einem weiten flachen Tal auch nicht mehr für bewirtschaftenswert hält. Sie halten Federvieh und Ziegen und fischen in den umliegenden Gewässern. Ansonsten wird alles, was hier verbraucht wird, mühsam mit dem Boot herangeschafft. Wegen des launischen Meeres und der meist starken Winde,  erfordert das eine sehr gute Vorratshaltung und die Transportkosten sind nicht unerheblich.

sind keine Gäste da, wird das Restaurant auch mal Zweck entfremdet

Die Küche ist dennoch sehr fein und es wirkt niemand unzufrieden. Ein solches Leben muss man wollen und ist sicher nicht jedermanns Sache.

das Transportfahrzeug

Nach zwei Tagen Ruhe und Baden im glasklaren Wasser verspricht der Wind eine gute Reise nach Amorgos. Amorgos liegt in einer “ Gasse“ in der der Meltemi (oder auch Etesien) häufig nochmal extra aufbraust und schon manchem Segler alles abverlangt hat. Mit nördlichen Winden kommen wir gut voran. Bald schon erreichen wir Agios Elmino, die Landzunge hinter der die zweite Ankerbucht Levithas liegt. Entlang kleiner unbewohnter Inseln geht es 10 sm rasch dahin. Als wir dann den Schutz der Inseln verlassen, entwickelt sich schnell ein veritabler Seegang und obwohl der Wind von 3 Bft auf 5 Bft auffrischt, kommen wir kaum schneller voran. Kurz überlegen wir Amorgos südlich zu runden, sehen aber dann doch davon ab, da der Wind eher noch weiter rückdrehen – nach Westen – soll.

Gut, dass wir uns so entschieden haben, denn kaum haben wir die Ankerbucht Vilakardha an der Nordostseite von Amorgos passiert dreht der Wind auf Südwest. Ok, was tun? Der Hafen Aigialis und die Bucht Vilakardha sind für die nächtens  angesagten Bedingungen ungeeignet, die geeignete Bucht Kalotyri liegt genau in Windrichtung mit starkem Strom gegenan und Schwell. Es ist erst früher Nachmittag und so entscheiden wir uns für die etwas nördlicher gelegene Insel Donoussa. Ein Reff ins Großsegel und schon geht’s flott in Richtung Nordwesten. Das hat sich gelohnt, denn in der Bucht Roussa finden wir einen guten Ankerplatz für das zu erwartende Wetter und wir haben nur einen Mitbewerber.

Ormos Roussa

Zwar müssen wir auf 15 m Tiefe ankern, aber beim einfahren des Ankers mit 60 m Kette und Vollgas rückwärts bewegt sich nix mehr. Am Abend brist es dann auch heftig aus Südwest auf, gut, dass ich vor dem Schlafen gehen nochmal 30 m Kette nachgesteckt habe. Die Böen erreichen in der Nacht deutlich mehr als 30 kts und fühlen sich ungewöhnlich hart an. Am nächsten Morgen dreht der Wind auf Nordwest ohne sich merklich zu beruhigen. Wir gehen Anker auf und setzen die halbe Genua. Mit mehr als 7 kts Fahrt rauschen wir aus der Bucht. Draußen nimmt der Wind langsam auf 6 Bft ab und im Schutz der Insel ist das Wasser relativ glatt – noch. Der Wind geht dann auch weiter zurück und mit 20 kts von achtern und einer sicher mehr als 2 m hohen „Schiebewelle“ bleibt unser Schnitt bei fast 7 kts Fahrt. In der Vorbeifahrt schauen wir kurz in den Ormos Kalotyri – unsere geplante Ankerbucht – was wir sehen, gefällt uns nicht und so rauschen wir weiter in den Ormos Katapola. Hier gibt es laut Karte eine Bucht, die uns vor dem kommenden Wetter gut schützen sollte. Als wir dann bei der Vorbereitung zum Ankern die Bedingungen ausloten, sind wir ein bisschen überrascht. Tiefer Ankergrund, viel Seegras – der Feind aller Anker – und eine Anlegestelle, an der die Badegäste aus der Stadt angelandet werden.

Landleinen in Windrichtung

So meint denn auch ein „Fährkapitän“ wir dürften hier nicht ankern. Das kennen wir schon, versucht der ein oder andere doch immer mal wieder, seine Pfründe zu schützen und andere unberechtigt zu verscheuchen. Gleiches Recht für alle, wenn man sich an die Vorschriften hält. Es bleibt dann auch bei dem einmaligen Versuch und keiner wird behindert. Für das Ankermanöver wenden wir dann nach zwei Fehlversuchen eine besondere Methode an. Wir fahren ins tiefe Wasser, lassen den Anker schon mal 20 m in die Tiefe und steuern unseren Liegeplatz an. Als der Anker dann einhakt, lassen wir ihn die Kette gegen Wiederstand ausholen. Das klappt prima und nach einigen Rucklern hat er sich zu unserer Zufriedenheit eingegraben. Später müssen wir dann noch etwas Ankerleine stecken, da 90 m Kette nicht ausreichen, um den gedachten Platz zu erreichen – egal, Hauptsache hält. Etwas mühevoll werden die beiden Landleinen ausgebracht, müssen jedoch nochmal korrigiert werden, bis wir zufrieden sind. Die Arbeit hat sich gelohnt, wir liegen gut. Mehrere Yachten versuchen am späten Nachmittag zu ankern, müssen aber im auffrischenden Wind  bald unzufrieden wieder abziehen. Die nächsten Tage bringen dann auch Wind und Fallböen vom feinsten. Eine Versorgungsfahrt mit dem Dinghi endet tropfnass und mit Wasser im Boot. Nach drei Tagen lässt der Wind etwas nach und wir wollen zum Versorgen in den Hafen verlegen. Dumm nur, dass der Motor keinen Mucks von sich gibt, wir aber auch die Landleinen schon gelöst haben.

tief liegen die Batterien übereinander

Also schnell nochmal 20 m Leine gesteckt, damit wir sicher nicht auf Trifft gehen. Schnell kurzschließen? möglich, aber auch sinnvoll? Wir wissen, dass unsere Starterbatterie nicht mehr die Jüngste ist, also muss sie eh getauscht werden, warum nicht jetzt? Es ist nur wenig Mehrarbeit. Nach knapp zwei Stunden sind alle elektrischen Verbindungen wieder hergestellt, nicht so einfach, weil die alte Batterie mit Doppelpolen ausgestattet ist, die neue aber nicht. Wir haben alles an Bord, Kabelschuhe, Presszange, Messgeräte, aber so wurde der Wechsel dann doch aufwändiger. Unsere Ersatzbatterie (105 Ah) ist nicht am Bordnetz, damit sie im Notfall (Blitzschlag) wenigstens für einige Zeit die wichtigsten Systeme versorgen kann, wird jedoch regelmäßig geladen, so startet der Motor auch sofort.

Liegeplatz in Katapola

Im Hafen weist uns der Hafenmeister einen Platz zu, der nicht viel Manövrierraum bietet. Bei der Anfahrt können wir 2 m neben dem Boot schon die Steine an der Oberfläche erkennen. Unter dem Kiel ist dann auch nur knapp ein Meter Platz bis zum Grund. Gut dass wir 65 m Kette ausgebracht haben – bei  5 m Wassertiefe –  und vor der Einfahrt den Anker auch ordentlich eingefahren, denn die Böen kommen hier von der Seite.
Wir machen einen langen Spaziergang/Wanderung, da wir die letzten Tage unsere Beine nur wenig gebraucht haben, Schwimmen, Lesen, Diskutieren fordert den Gehapparat eben nicht.

 

Wind:  NW 3-7 Bft

Etmal: 82 sm    (Woche)

große Nachbarn in der Bucht

kleine Nachbarn an der Mole

Skala auf Patmos

Wir haben wieder eine sehr schöne Woche erleben dürfen. Wir haben die Westseiten der Inseln Kos – Ormos Kamari, Kalymnos – Ormos Emporeio, Lipsi und Leros erkundet und haben uns mit der TAMIS und der BERTA LOOKS in Archangelos getroffen, die zerbrochene Bugankerrolle getauscht und eine neue Reffleine für das Großsegel eingezogen.

Aber einen kleinen Wermutstropfen gibt’s leider auch.
Wir besuchen Skala auf Patmos, um das Kloster hoch über der Stadt zu besichtigen. Entgegen den Erwartungen finden wir auch einen angemessenen Platz neben einer 35 m Motoryacht. Nach soviel Glück nehmen wir erstmal einen Kaffee gegenüber des Liegeplatzes – gut so – denn wenige Minuten später sehen wir, dass sich jemand an Bord der CALYPSO befindet. Eine Halberg Rassi 46 versucht sich in die viel zu schmale Lücke zwischen TAMIS und CALYPSO zu drängen, hier fehlen sicher 1,5 m!!

Obwohl Micha und ich auf unseren Booten sind, versucht der Skipper mit Gewalt sein Boot in die Lücke zu drücken. Lautstarker Protest unserer seits wird mit Befehlen unsere Leinen zu lösen quittiert. Ein junges Crewmitglied macht sich dann an unseren Leinen zu schaffen. Jetzt habe ich die Nase voll, bevor es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung oder zu einem Schaden kommt, rufe ich bei der Port Police an. Netter Weise hat ein Einheimischer aus dem Kaffee inzwischen den Hafenmeister verständigt.

…das muß doch gehen…

Der macht dem hitzigen Neapolitaner sehr deutlich, dass er mit dessen Verhalten überhaupt nicht einverstanden ist und verweist ihn des Platzes. Mit eindeutigen Drohgebärden und wildem Verfluchen – wir sollten uns vor seinem Zorn in Acht nehmen und wir sollten heute Nacht auf der Hut sein – räumt er schließlich das Feld, wird aber noch zwei Mal von einem angepeilten Platz verwiesen – manche lernen es nie!

Während zweier Liegetage besichtigen wir Skala ausgiebig und dann kommt auch der richtige Wind, um nach Levitha zu segeln.

 

Wind:  NW 2 Bft

Etmal: 120 sm    (Woche)

Die Windmühlen von Skala

Skala zu Füßen des Klosters

alte Steinmetzkunst

 

Nisyros

Die Großsegel- Reparatur hat ihre Feuertaufe bestanden. Bis 18 kts (wahrer Wind) konnten wir am Wind noch ordentlich trimmen. Die Nähte haben gehalten. Als wir in Paloi einlaufen werden wir schon von den schnelleren TAMIS und BLUE PEARL erwartet und an einen Liegeplatz heran gewunken. So liegen die drei Boote einträchtig beieinander. Hier kann man gutes Wasser bunkern und die Gasflasche bei Manos K. tauschen. Dort bekommt man auch Mietfahrzeuge um die Insel zu erkunden, es gibt Duschen, WC und eine Waschmaschine/Trockner, alles vom Feinsten. Wer ein Taxi, Diesel oder Boot-Service braucht wendet sich an Manos K. Freundlich und hilfsbereit werden alle Anliegen aufgenommen und wenn irgend möglich gelöst, nicht immer sofort aber doch zuverlässig.

Hafen Paloi/Nisyros

So mieten auch wir mit Sissy und Michael einen Kleinwagen, um nun innerhalb weniger Tage, die Insel ein zweites Mal zu erkunden. Gemeinsam besuchen wir die   schon bekannten Krater

Die schweflige Kraterlandschaft Nisyros

 

der „Hafen“ von Avlaki/Nisyros

und – neu – ganz im Süden einen Minihafen mit neuer Mole mit Beleuchtung,  einer trickreichen Einfahrt und nur 60 cm Wassertiefe.

Hier wohnt nur keiner mehr, der das nutzen könnte. Dafür gibt es am nahen Strand eine Thermalquelle, deren warmes Wasser die Bucht zu einer Badewanne macht. Insgesamt ein schöner, abwechslungsreicher Tag, wenn da nicht der türkische Gület-Captan gewesen wäre!!!

Der Hafenmeister ist wohl ausgezogen

 

 

 

 

 

 

Als wir nach Paloi zurückkommen, wird uns von Stephan eine unglaubliche Geschichte erzählt: Ein Gület-Kapitän versuchte sein über 30 m langes und 7,5 m breites, mehr als 100 to schweres Schiff, entgegen aller lautstark vorgetragenen Proteste, in eine Lücke zu zwängen, in der vorher ein 4 m breites Segelboot gelegen hatte.

Der Schaden Verursacher

gebrochene Relingsstütze

Diese Lücke befand sich genau zwischen der BLUE PEARL und der TAMIS. Das konnte einfach nicht gut gehen. Durch den Seitenwind wurde die Gület auf TAMIS gedrückt und prüfte die Haltekraft deren Anker aufs heftigste. Diese Aktion war so geräuschvoll, dass der halbe Ort an den Platz des Geschehens eilte, um alles genauestens beobachten zu können. Genau beobachtet hat auch Carola, die geistesgegenwärtig ihr Handy aktivierte und den Vorfall auf Video festhalten konnte – immer gut für Polizei und Versicherung. Leider war der Schaden an TAMIS nicht unerheblich, wogegen die Gület nur einige „Abschürfungen“ aufwies. Nicht genug! Nachdem das Schiff dann an der gegenüberliegenden, mit viel freiem Platz gesegneten Hafenseite angelegt hatte, schickte der Captan seine Crew, um – wie er es nannte – den  leichten Schaden – in Abwesenheit des Eigners –  sofort zu reparieren. Er wollte die verbogenen Relingstützen wieder geradebiegen und den Abgesplitterten Schandeckel wieder „annageln“ lassen, „sodass der Eigner gar nichts merkt“. Dank Stephans Durchsetzungsvermögen konnten die „Helfer“ TAMIS jedoch nicht betreten und stattdessen wurde die Hafenpolizei bemüht, die kurzerhand eine Auslaufsperre für beide Schiffe verhängte, bis die Sache geklärt sei. Der Schaden an TAMIS war so erheblich, das die Versicherung einen Gutachter schickte, der auch einen Schaden am Vorschiff feststellen musste. Alle Versuche des Captans und seines „Agenten“, das ganze unter der Hand billig zu erledigen, wurden abgelehnt, worauf der Captan versuchte, seine Unschuld zu reklamieren (klappte nicht, dank Video).

Die Hafenpolizei hat dann mit den Gutachtern und den Eignern das Problem gelöst und nach Zusage der Kostenübernahme wurden die Schiffe wieder frei gegeben. Die BLUE PEARL wurde bei der Aktion glücklicherweise nicht beschädigt.
Auf den Schreck haben Carola und Stephan am nächsten Abend zum Grillen auf die BLUE PEARL eingeladen. Danke für den schönen Abend.

Wind:  NW 3-5 Bft

Etmal: 19 sm

 

Tilos- Nisyros

Weil die Windrichtung gerade passt und die nächsten Tage eher ungünstig sind, nach Norden zu segeln, brechen wir am 10.07. auf. Wir wollen Livadia auf Tilos anlaufen und die Bar in der Geisterstadt besuchen. Anfänglich etwas zäh, später mit 4 Bft geht es wiedermal gegenan. Die TAMIS mit ihren neuen Hochleistungssegeln fährt uns natürlich mühelos davon. CALYPSO gibt alles, was sie mit dem alten Großsegel geben kann. Das ist neben dem Vortrieb auch sehr viel Lage. Schön lange hatten wir kein Wasser mehr auf den Gangborden, heute schon. Bei einer Wende löst sich der Schäkel am Schothorn, das Einrucken wird vom Großsegel mit einem Stöhnen und einem kleinen „ratsch“ beantwortet. Nach 17 Dienstjahren sagt unser „Groß“ Tschüss. Vorsichtig rollen wir das Segel weg und fahren nur unter Genua die restliche Strecke bis Livadia. Wir kommen natürlich zu spät an, um im inneren Hafenbecken noch einen Platz zu bekommen. De TAMIS hatte sich noch ein Plätzchen sichern können. Neben einem griechischen Boot gehen wir deshalb rückwärts an die Außenmole. Die Kapitana meint, man könne hier liegen, bis am nächsten Morgen die große Fähre aus Piräus anlegt.

alles Belegt in Livadia

 

Die Nacht ist etwas unruhig, da der Schwell die Boote an der Außenmole „rockt“. Am Morgen sind wir entsprechend früh wach und beobachten den Hafen. Als später ein Liegeplatz längsseits frei wird gehen wir sofort Anker aufrunden okkupieren den frei gewordenen Platz. Hier ist das Wasser platt und wir können uns der Segelreparatur widmen. Nähte sind aufgegangen und eine alte Reparaturstelle hält noch, ist aber aus dem angrenzenden Material ausgerissen. Oha, das bedeutet viel Arbeit. Die Bruchstellen begradigen, mit Bootsmannsstich versorgen, dann die Flicken von beiden Seiten aufkleben und annähen. Das alles ohne Nähmaschine, auf dem Baum stehend bei Böen bis 6 Bft, dauert dann halt auch zwei halbe Tage.

Kunst am Segel

Gleich am nächsten Tag ziehen wir Erkundigungen ein, wer uns ein neues Segeln schneidern kann, werden aber nicht so recht fündig. Eine weitere Reparatur wird erwogen, aber auch wieder verworfen. Irgendwann muß einfach eine neue Garderobe her.

In der Zwischenzeit gibt es noch einen Besuch in der „Geisterstadt“, ein verlassenes Bergdorf, welches als Kulisse für die Bar dient – skurril.  Der Shuttle vom Hafen wird kostenfrei organisiert-auch eine Idee.

Geisterstadt Mikrochirio

Bar in der Geisterstadt

So ganz nebenbei ergibt sich noch eine sehr nette Bekanntschaft mit der Crew der BLUE PEARL. Carola und Stephan haben mit ihrem äußerst gepflegten Boot, die Welt umrundet und durchstreifen jetzt das Mittelmeer ganzjährig. Kurzfristig wird beschlossen, morgen gemeinsam nach Nisyros zu fahren. Die Feuertaufe für unser lädiertes Segel.

Wind: SW 2-4 Bft

Etmal: 27 sm

 

Tilos

Seit mehreren Tagen telefonieren wir mit der TAMIS, Sissy und Michael kommen aus Richtung Kreta und auf Tilos wollen wir wir uns in den nächsten Tagen treffen. Wir steuern den im Norden gelegenen Ormos Plaka an setzen unseren Anker direkt vor dem einsamen Strand. Am Abend des zweiten Tages drängt heftiger Schwell in die Bucht und ohne Wind schaukelt CALYPSO um die Längsachse dass in den Schapps das Geschirr klappert. Ein Versuch neu zu Ankern und eine Landleine zu legen, scheitert an der Dämmerung und der damit verbundenen schlechten Sicht auf die wenigen Sandflecken. Der Anker will sich nicht eingraben. Bei weiter zunehmender Welle, motoren wir die 1,5 sm nach Agios Antonios und nehmen in der Dunkelheit die schmale und flache Einfahrt im Surf. Drinnen ist es schlagartig ruhig und wir können den letzten, sehr kurzen Liegeplatz an der rauchen Mole vorsichtig ansteuern. Vorn und hinten mit 0,5 m Platz vertäuen wir das Boot sorgfältig.

Wind:SW – W  2-4 Bft

Etmal: 15 sm

ziemlich eng …

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen rollen dann auch die Brecher an der Hafeneinfahrt vorbei und an ein Auslaufen ist nicht zu denken. Wir richten uns ein und erkunden denNordteil der Insel zu Fuß.

auf dem Weg nach Megalochora

 

 

 

 

 

 

 

Blick aus der Taverna

 

 

 

entspannt im Schatten der Bäume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raubtiere gibt es auch

 

 

eine der beiden Tavernas in Megalochora

 

… nur für Schlanke

Nach zwei Tagen können wir dann auslaufen und segeln in die Bucht Erestos auf der Westseite von Tilos. Feiner Sandstrand, ein bisschen Schwell und sehr sicher. Hier wollen wir uns mit der TAMIS treffen.

Wind: NW 3-5 Bft

Etmal: 10 sm

TAMIS trifft ein!

Am Abend gibt es natürlich viel zu erzählen und wir wollen die nächsten Tage gemeinsam die Inselwelt des Dodekanes erkunden.

Wind: NW 3-5 Bft

Etmal: 10 sm

Chalki wurde uns empfohlen, eine kleine Insel nähe Rhodos. Also, der Wind passt und los gehts.

Strand bei Chalki

Am Schwimmsteg ist noch was frei! Spannend beim Ankern ist der seitliche Abstand zu den Felsen und die Badenden voraus. Bei viel Wind nicht zu machen.

Wiedersehen nach mehr als zwei Jahren

Wind: NW 3-5 Bft

Etmal: 22 sm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nisyros, die Vulkaninsel

Nach der Erkundung von Kos und einem Nachmittag am Strand fahren wir dienstags nach Nisyros. Die Wettervorhersage passte, stellte sich aber nicht ein.

kürzeste Strecke 21 sm, kreuzen ist länger 32 sm

Wir finden einen sicheren Platz in Paloi, einem kleinen Yachthafen mit Tavernen Autoverleih, Waschsalon und anderen Annehmlichkeiten der Zivilisation. Wir nutzen alles ausgiebig und erkunden die kleine, nur 8 km breite/lange Insel mit dem Roller. Die Landschaft ist einmalig und es riecht häufig sehr schwefelig, ein Hinweis auf die dünne rissige Oberfläche im Bereich der  Caldera. Teilweise ein seltsames Gefühl.

 

der Hauptkrater

Ein aktiver Vulkan, macht die Insel interessant, ebenso die grüne Natur und zahlreiche archäologische Sehenswürdigkeiten,