Saronischer Golf rund mit Elke und Norbert

Eine Woche mit Gästen geht immer ganz besonders schnell vorbei. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Tage dann auch besonders strukturiert sind. Zusätzlich zu „rein Schiff“ stehen Einkaufen, Gäste vom Bus abholen, Bord- und Sicherheitseinweisung und viele Fragen beantworten an sowie die kurzweiligen Geschichten aus der Heimat, die es bei längerer Abwesenheit zur Genüge gibt.
Unser Segel“Beginner“ haben eine Woche mit strammen Winden erwischt doch Sorgen sind unbegründet. Elke erinnert sich schnell an ihre Erfahrungen von 2013 und Norbert steht der Reise vollkommen unbefangen gegenüber und nimmt einfach alles so hin wie es sich ergibt. Nach ausführlicher Begrüßung fallen wir alle müde in die Kojen, die Gäste hatten eine lange Anreise und wir mussten auch noch den erfolglosen Versuch bei Nacht und Wind (zuvieel) unser neues Großsegel zu riggen verdauen (seltsam, dass es mit dem Alten bei gleichen Konditionen reibungslos funktionierte).
Nach einem gemütlichen Frühstück und der Bord- und Sicherheitseinweisung legen wir um 1000 in der Zea-Marina ab. Bei schwachem achterlichen Wind segeln wir nach Südosten unserem heutigen Ziel – der bei uns beliebten Ormos Varis entgegen. Allmählich nimmt der Wind zu und in Höhe der Insel Prasonisi hat er sich zu einer frischen Brise entwickelt. Unsere Gäste fühlen sich wohl, liegt doch CALYPSO ob der fehlenden Welle ruhig im Wasser. Wenig später dreht der Wind dann richtig auf. Vor dem Passieren des Steno Flevon sehen wir auch bei den Entgegenkommern die Segel auf Raumes Wind stehen – im zweiten Reff, auch die Wasseroberfläche zeigt eine deutliche Windzunahme. Wir kürzen das Vorsegel und setzen Großsegel – im zweiten Reff – um für den zu erwartenden Winddreher vorbereitet zu sein und schon kommen die Rettungswesten zum Einsatz. Bald danach stehen AWS mit 38 kts an und wir kämpfen uns am Wind zwischen den vorgelagerten Felsen in die Bucht. Der Anker fällt auf 6 m, Sandgrund – hier haben wir schon härtere Bedingungen abgewettert, der Anker hält hier sehr sicher.

Wind:  3 – 7 Bft
Etmal: 20 sm

Eigentlich wollten wir in Richtung Kea – Kythnos weitersegeln, der angekündigte Meltemi mit 40 kts Wind in dieser Ecke ist dann aber keine gute Voraussetzung für unsere Segelanfänger. Also „ziehen wir uns zurück“ und segeln zur Insel Ägina. Der NE-Wind treibt uns schnell voran in Richtung des VTG und wie so oft dreht der Wind dann deutlich rück. Erst zickt er noch etwas rum – da sind wir glücklicherweise gerade in der Trennungszone -, dann aber brist er auf die vorherige Windstärke auf und trägt uns flott vor die Agia Marina. Im Norden der großen Bucht finden wir unter Land ein sehr gut geschütztes Plätzchen über Sandgrund, 200 m weiter südwestlich schüttelt der einlaufende Schwell und der einfallende kräftige Wind die weiter „draußen“ ankernden Jachten ordentlich durch- haben wir doch Glück mit unserem Platz, ab und an eine kleine Böe aber keinen Schwell – Badezeit!!

Wind:  2 – 5 Bft
Etmal: 15 sm

Nach einer ruhigen Nacht (wir werden sanft in den Schlaf geschaukelt) und einem ausgedehnten umfangreichen Frühstück, brechen wir nach Poros auf. Dieses Kleinod wollen wir unseren Gästen nicht vorenthalten, auch wenn das Liegen dort erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Am Abend füllt sich der Hafen bis auf den letzten Platz und darüber hinaus. Mit Argusaugen beobachten wir die einlaufenden Boote. Unsere Nachbarlieger verteidigen unsere Anker lautstark, sodass wir gemütlich im Skippers unseren  Aperitif genießen können.

Seltenheit – freie Liegeplätze am Nachmittag

Taverna Garden

 

Entspannt im Skippers

Wind: 4 – 5 Bft
Etzmal: 18 sm

Bei NW 5 ist das Ablegen in Poros ohne einen Ankersalat anzurichten gar nicht so einfach.
Wir müssen eh warten bis zwei Jachten, die ihre Ketten über unsere gelegt hatten, um am Schwimmsteg festzumachen, Anker auf gegangen sind. Bis dahin frühstücken wir gemütlich. Die Jachten legen gekonnt ab und unser Anker ist nun frei – denken wir. Eine Deutsche 10 m-Jacht will sich einen der frei gewordenen Plätze sichern. Der Rudergänger fährt zwar weit genug vor, ob des strammen Windes muß er aber auch schnell rückwärts fahren. Der zweite Mann an Bord lässt den Anker jedoch nicht fallen, sondern lässt in gemütlich mit der Fernbedienung der Ankerwinsch nach unten. So kommt, was kommen musste, deutlich spüren wir den Ruck, als der Anker sich bei unserer Kette „unterhakt“. Wildes Gestikulieren und Geschrei, das Boot treibt ab und nur mit tatkräftiger Hilfe einiger Leute auf dem Schwimmsteg, gelingt es gerade noch das Boot längsseits in die Lücke zu pressen ohne weiteren Schaden anzurichten. 20 m Kette bei 7 m Wassertiefe ist halt zu wenig, wenn der Wind schräg von vorne einfällt. Die Crew macht fest, fertig!!! Der Skipper meint: “bei dem starken auflandigen Wind kann ich unmöglich wieder ablegen“!
Wir aber wollen Anker auf gehen. Also besprechen wir, wie wir das machen wollen, legen uns die entsprechenden Hilfsmittel bereit und lösen die Achterleinen. Nach aufholen von 30 m Kette beginnt der Winsch die Puste auszugehen. Nur Mühsam schafft sie es zwei Anker an die Oberfläche zu ziehen, leider ist keiner der beiden unserer. Bei seinem Manöver hat die deutsche Crew unseren Anker über den unseres Nachbarn gezogen und nun sind drei Ketten „verknüpft“. 20 Minuten brauchen wir, um dieses Chaos zu beseitigen. Zwischendurch müssen wir einem aufgeregten jungen italienischen Speedboat-Fahrer noch erklären, dass wir nicht vorhaben jetzt die Anker über seine Kette zu werfen, aber irgendwie müssen unser ehemaligen Nachbarlieger ja ihr Eisen wieder ans Halten kriegen. Offensichtlich wird das Ankerchaos hier in Poros immer schlimmer, seit dem sich der Hafenmeister nur noch um die Schiffe
ab 20 m kümmert. Nix wie weg hier! Wir ziehen uns ans westliche Ende des Limenas Poghonos zurück und finden nach einigem Hin-und-Her in der Doppelbucht Elies ein Plätzchen zum Baden und Relaxen. Der Tag ist total entspannt!

Wind:  5-6 Bft
Etmal: 3 sm

Schon müssen wir unsere Gäste wieder in Richtung Flieger. Der anfängliche NE – Wind erfordert kerniges Aufkreuzen (TWS 14 kts, AWS 20 kts). Das 1. Reff ist die passende Wahl. Unseren Gästen wird nochmal alles geboten – Fähren, Frachtschiffe und jede Menge Charterer sowie andere Jachten unter Segel und Motor. Ab und an gibt´s auch mal ein paar Spritzer frisches Meerwasser. Nur weil der Wind später auf NW rück dreht, werden aus den 25 sm Strecke über Grund nur 31 sm durchs Wasser. Schön, dass er auch nochmal zulegt, so erreichen wir einen Durchschnitt von mehr als 6 kts und jeder hat seinen Spaß.

Wind:  4-5 Bft
Etmal: 31 sm

Abends gibt es ein leckeres Abschiedsessen aus der Bordküche und am nächsten Morgen entfleuchen unsere Gäste per Taxi in Richtung Flughafen.
Schön war´s!!!

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