Samos – Archangelos

Das Wetter soll die nächsten Tage mit Starkwind aufwarten und wir wollen die Liegegebühr in der Marina nicht länger bezahlen. Wir brechen nacheinander auf, wir als letzte, da wir noch einen Termin beim Shipchandler haben. Dort haben wir unsere Gasflasche zum Tausch abgegeben. Die neue Lieferung sollte gestern eintreffen, tat sie aber nicht, zu große Nachfrage nach Gas auf der Insel habe das verhindert. Ok, dann nehmen wir unsere Alte wieder mit und versuchen es woanders.

Der erste Teil der Strecke geht gemütlich mit dem morgendlichen Nordostwind nur vor Genua unter der Abdeckung der hohen Berge von Samos Richtung Südwesten. Das ändert sich nach einer kleinen Turbulenz in Höhe der vorgelagerten Insel Samiopoula. Hier baden sonst die Gäste der Tagesausflugsschiffe, die leider auch immer zahlreicher werden, im klaren Wasser. Bei den Windverhältnissen heute, ist jedoch niemand zu sehen.

Nach Runden der Insel, geht es dann am Wind auch zur Sache. Die Welle ist schon gut ausgeprägt und der Wind legt auf mehr als 20 kts zu, sodaß der scheinbare Wind schon mal die 25 kts überschreitet. Auch wenn wir langsamer vorankommen, ist es jedes mal eine Freunde, zu beobachten, wie CALYPSO solche Kurse meistert und wir im Cockpit trotz überkommenden Wassers, trocken bleiben.

gemütliches Abendessen in Marathokampos/Samos

In der Marina werden wir von den anderen schon erwartet. Sie geleiten uns zu einem Liegeplatz im inneren Becken, den wir nach unseren Unterlagen niemals angesteuert hätten. Da die Marina noch im Bau ist, wurden die nautischen Unterlagen noch nicht aktualisiert. Unsere Freunde jedoch kennen das neue Becken mit seinen ausreichenden Tiefen schon gut und so liegen wir auf drei Meter Wassertiefe längsseits  mit dem Bug im Wind an der Ostmole sehr komfortabel. Liegegebühren fallen (noch) nicht an und Wasser und Strom gibt es kostenfrei. Tolles Angebot, vor allem, weil es hier auch sehr ordentlich aussieht. Nachts heult der Wind mit bis zu 35. kts um die Riggs und wir beschließen, noch eine weitere Nacht zu bleiben.

Wind: anfangs  4 Bft, später 5-6 Bft, nachts 7 Bft

Etmal: 24 sm

 

Montags laufen wir aus bevor uns der Hafenkoller befällt. Es gab wieder jede Menge Gespräche mit den bekannten der CINA und JALIN, dazu kommen noch Hanelore und Peter von der JAMAI, sodaß die Tage sehr kurzweilig sind. Die JALIN läuft kurz vor uns aus, wir füllen unsere Wassertanks nochmal randvoll und folgen in Richtung Süden mit dem Ziel Patmos. Anfänglich nur mit eingereffter Genua schaukeln wir an den Fournoi Inseln vorbei, die wir dieses Jahr auch noch besuchen wollen, dafür aber etwas ruhigeres Wetter abwarten wollen. Einer Empfehlung folgend, laufen wir auf Patmos die Bucht Livada an – inzwischen die Segel im zweiten Reff rauschen wir durch das in der Abdeckung platte Wasser, dass es eine Freude ist (7,8 kts!!!). In die Bucht einzusegeln trauen wir uns aber nicht, hier gibt es scharfe Klippen beidseits der nicht allzu breiten Einfahrt, deren tatsächliche Lage mit der in der Seekarte nicht übereinstimmt, das machen wir lieber langsam mit Ausguck und unter Maschine. Der Ankerplatz wartet mit einer kleinen Überraschung auf.

da sind sie alle in der Bucht Livada/Patmos

zweimal SUNBEAM 40

Nur ein Boot liegt hier vor Anker, die BIJOU eine SUNBEAM 40, also ein Schwesterschiff der CALYPSO, Zufälle gibt’s. Harry und Paula erzählen uns später zufrieden von ihrem Boot, die Baunummer 40, ein Jahr älter als das unsere CALYPSO. Über Telefon berichten wir der JALIN von unserer Entdeckung und sie gesellt sich wenig später zu uns. Armin ist ein Segler mit Blick für Entwicklungs- und Optimierungsbedarf. So hat er eine sogenannte Ankermaus entwickelt die eine Lageveränderung des Ankers feststellt, das über Ultraschall meldet und auf einer Smartphone- App anzeigt, auch wenn er im Restaurant sitz.

Am nächsten Tag wollen wir einen Vergleich unter Live-Bedingungen zwischen unserem 3,5 PS Mercury Außenborder und dem von Armin entwickelten, mit 3D-Druck hergestellten und mit aus dem Baumarkt bestückten Batteriepacks versehenen Elektroantrieb durchführen. Nicht nur, dass der Elektroantrieb kaum zu hören ist, beschleunigt er, aufgrund des höheren Wirkungsgrades kaum weniger flott als unser Verbrennungsmotor. Einzig in der Endgeschwindigkeit und der Dauerhöchstgeschwindigkeit, kann der Mercury etwas besser punkten, dennoch scheint mir der Elektroantrieb der effizientere zu sein, jedenfalls wiegt er bei ca. 1,2 PS weniger als die Hälfte unseres Antriebs mit 3,5 PS. Tolle Sache!
Am Nachmittag trifft auch die JAMAI am Ankerplatz ein, der sich, im Gegensatz zu Gestern, ordentlich gefüllt hat. Abends sitzen wir dann alle in der einzigen Taverna der Bucht bei frischem Fisch und Wein und es gibt einen regen Austausch von Erfahrungen, Meinungen und sonstigem. Harry überspielt uns noch einige Photos, die er am Nachmittag per Drohne aufgenommen hat.

Wind:  NW 5, später 6 Bft

Etmal: 27 sm

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