Tilos- Nisyros

Weil die Windrichtung gerade passt und die nächsten Tage eher ungünstig sind, nach Norden zu segeln, brechen wir am 10.07. auf. Wir wollen Livadia auf Tilos anlaufen und die Bar in der Geisterstadt besuchen. Anfänglich etwas zäh, später mit 4 Bft geht es wiedermal gegenan. Die TAMIS mit ihren neuen Hochleistungssegeln fährt uns natürlich mühelos davon. CALYPSO gibt alles, was sie mit dem alten Großsegel geben kann. Das ist neben dem Vortrieb auch sehr viel Lage. Schön lange hatten wir kein Wasser mehr auf den Gangborden, heute schon. Bei einer Wende löst sich der Schäkel am Schothorn, das Einrucken wird vom Großsegel mit einem Stöhnen und einem kleinen „ratsch“ beantwortet. Nach 17 Dienstjahren sagt unser „Groß“ Tschüss. Vorsichtig rollen wir das Segel weg und fahren nur unter Genua die restliche Strecke bis Livadia. Wir kommen natürlich zu spät an, um im inneren Hafenbecken noch einen Platz zu bekommen. De TAMIS hatte sich noch ein Plätzchen sichern können. Neben einem griechischen Boot gehen wir deshalb rückwärts an die Außenmole. Die Kapitana meint, man könne hier liegen, bis am nächsten Morgen die große Fähre aus Piräus anlegt.

alles Belegt in Livadia

 

Die Nacht ist etwas unruhig, da der Schwell die Boote an der Außenmole „rockt“. Am Morgen sind wir entsprechend früh wach und beobachten den Hafen. Als später ein Liegeplatz längsseits frei wird gehen wir sofort Anker aufrunden okkupieren den frei gewordenen Platz. Hier ist das Wasser platt und wir können uns der Segelreparatur widmen. Nähte sind aufgegangen und eine alte Reparaturstelle hält noch, ist aber aus dem angrenzenden Material ausgerissen. Oha, das bedeutet viel Arbeit. Die Bruchstellen begradigen, mit Bootsmannsstich versorgen, dann die Flicken von beiden Seiten aufkleben und annähen. Das alles ohne Nähmaschine, auf dem Baum stehend bei Böen bis 6 Bft, dauert dann halt auch zwei halbe Tage.

Kunst am Segel

Gleich am nächsten Tag ziehen wir Erkundigungen ein, wer uns ein neues Segeln schneidern kann, werden aber nicht so recht fündig. Eine weitere Reparatur wird erwogen, aber auch wieder verworfen. Irgendwann muß einfach eine neue Garderobe her.

In der Zwischenzeit gibt es noch einen Besuch in der „Geisterstadt“, ein verlassenes Bergdorf, welches als Kulisse für die Bar dient – skurril.  Der Shuttle vom Hafen wird kostenfrei organisiert-auch eine Idee.

Geisterstadt Mikrochirio

Bar in der Geisterstadt

So ganz nebenbei ergibt sich noch eine sehr nette Bekanntschaft mit der Crew der BLUE PEARL. Carola und Stephan haben mit ihrem äußerst gepflegten Boot, die Welt umrundet und durchstreifen jetzt das Mittelmeer ganzjährig. Kurzfristig wird beschlossen, morgen gemeinsam nach Nisyros zu fahren. Die Feuertaufe für unser lädiertes Segel.

Wind: SW 2-4 Bft

Etmal: 27 sm

 

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